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Kaffee ist unser Lieblingsgetränk. Jährlich genießen wir im Durchschnitt 151 Liter des feinen, aromatischen Getränks pro Kopf. Damit sind wir, was den Kaffeekonsum betrifft, nahezu unübertroffen: In kaum einem Land der Welt wird mehr Kaffee getrunken als in Deutschland. Wir lieben sein feines Aroma, schätzen seine belebende Wirkung. Wir glauben auch, eine Menge über unser Lieblingsgetränk zu wissen. Doch die abenteuerliche Geschichte, in deren Verlauf Kaffee nach Erdöl zum wichtigsten, weltweit gehandelten Rohstoff wurde, ist nahezu unbekannt.

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Unzählige, zum Teil reich ausgeschmückte Legenden beschreiben die Herkunft des Kaffees. In einer dieser Legenden wird erzählt, dass zwei Hirten in der Nähe eines Klosters im Jemen auffiel, dass einige ihrer Ziegen nachts kaum müde, sondern im Gegenteil, aktiver als die übrige Herde waren und fröhlich meckernd umher sprangen. Eben diese Tiere naschten regelmäßig von den roten Früchten einer Pflanze mit weißen Blüten: Kaffee. Die von den Hirten um Rat gefragten Mönche untersuchten die wundersame Pflanze. Sie mahlten die getrockneten Kirschen und stellten eine Art Tee her. So entdeckten sie die belebenden Eigenschaften des Kaffees.

Relativ unbestritten ist die Urheimat des Kaffeestrauches: Diese liegt im Hochland der von Nomaden bevölkerten äthiopischen Bergwälder des alten Königreiches Kaffa, wo man die grünen Bohnen kaute. Danach ist die Bezeichnung Kaffee also eine Ableitung von Kaffa. Wahrscheinlicher jedoch ist, dass das Wort Kaffee auf das alt-arabische qahwa zurückgeht, was ursprünglich Wein bedeutete. Zwar war Kaffee bereits im sechsten Jahrhundert v. Chr. im Gebiet des heutigen Jemen bekannt; hier wurden auch erstmals Kaffeebohnen auf Steinplatten geröstet. Systematischen Kaffeeanbau betrieben die Araber aber erst ab dem 11. Jahrhundert an den künstlich bewässerten Küstenhängen am Roten Meer. Deshalb lautet die wissenschaftliche Bezeichnung für die heute sowohl wirtschaftlich als auch qualitativ herausragendste Kaffeesorte auch coffea arabica.

Der belebende Wein aus Arabien fand, nicht zuletzt aufgrund des im Islam bestehenden Alkoholverbots, rasch viele Freunde. Schnell eroberten die edlen Bohnen über Mekka und Medina das gesamte arabische Großreich. 1511 wurde das aus ihnen zubereitete Getränk sogar als „heilig“ erklärt. Der Kaffeegenuss wurde so populär, dass bereits Anfang des 16. Jahrhunderts ein politisch-religiös motivierter Streit über den Kaffeekonsum entbrannte. Dennoch: Überall in Arabien, Kleinasien, Syrien, Ägypten und im südöstlichen Europa entstanden öffentliche Kaffeehäuser; das erste von ihnen öffnete 1544 in Konstantinopel seine Pforten.

Das schmackhafte und anregende Getränk wurde wenig später auch im übrigen Europa beliebt. Die Araber versuchten daraufhin, ihr Kaffeemonopol zu wahren. Der Kaffeeanbau wurde zum Staatsgeheimnis. Mit dem Schutz der wertvollen Bohnen verbanden die Araber aber auch ein weiteres Interesse: Ihre Armee galt nicht zuletzt deshalb als übermächtig, weil ausschließlich die arabischen Soldaten regelmäßig in den Genuss von Kaffee kamen - und so sollte es auch bleiben. Deshalb wurden die Bohnen streng bewacht, jede Ausfuhr war verboten. Mit heißem Wasser versuchte man außerdem, die Keimfähigkeit der Bohnen herabzusetzen und so eine Aussaat an anderer Stelle zu verhindern. Doch der Erfolg dieser Maßnahmen war nicht von Dauer.